Funktionaloptometrie

Erworbene Schielformen

23. November 2020, Stuttgart

 

SeminarleiterDr. med. Ernst Höfling, Oberarzt in der Uni-Augenklinik München Schwerpunkt (u.a.) Kinderaugenheilkunde, Schielen, Binokularsehen, Refraktion 

 

Seit fast von Anbeginn Konsilarzt im Kinderzentrum München, seit einigen Jahren strabologische und schieloperative Tätigkeit in Landshut, München, Prien.

 

Inhalt:

 

Eine perfekte Möglichkeit die Schnittstelle von Optmetrist und Augenarzt kennenzulernen, zu besprechen und zu diskutieren. Erworbene Schielformen „leben“ davon von beiden Berufsgruppen auf hohem Niveau versorgt zu werden. Herr Höfling wird uns die Möglichkeiten der erworbenen Schielformen vorstellen wie Sie es der ausführlichen Ankündigung entnehmen können.

 

Erworbene Schielformen sind manigfaltig. Große Gruppen sind:

 

1. Dekompensation schon lange bestehenden und teils gar nicht bemerkten Schielens, hier entweder "nur" kosmetisch störende, oder funktionell beeiträchtigende Augenstellungsfehler mit Doppelbildern, asthenopischen Beschwerden etc.  Die Therapie reicht hier von einer "normalen" Brille über eine Prismenbrille bis zur Schiel-Operation.

 

2. Lähmungen entweder einzelner Hirnnerven oder komplexere Bewegungsstörungen mit Doppelbildern und Motilitätseinschränkungen. Hier ist - alterspezifisch - eine gute Diagnostik wichtig, da hinter jeder Lähmung sich alles Mögliche verbergen kann, angefangen von Durchblutungsstörungen über Entzündungen bis Hirntumoren.

 

3. "Echte" Muskelerkrankungen sind selten und reichen von Entzündungen bis Autoimmungeschehen. 4. Altersschielen ist häufig und darf vor allem nicht mit Lähmungen verwechselt werden.

 

5. Eine weitere, wichtige, wenn auch nicht sehr häufge Erkrankungsgruppe sind die restriktiven Ursachen, bei denen meist in der Augenhöhle eine mechanische Beinträchtigung sich findet, seien es Entzündungen (z.B. von Augenhöhlengewebe), Fibrosierungen (z. B. von Muskelgewebe) oder Tumoren (z.B. Lymphome).

 

6. Zunehmend häufig kommt es zu Irritation der Netzhautkorrepondenz nach Netzhautoperationen, die heute teilweise derart gute Sehschärfenergebnisse bringen können, dass die entstehende Zentral - Periphere Rivalität zum großen Problem und Herausforderung von Augenarzt und -optiker werden kann.

 

7. Weitere - seltene - Ursachen sind Dekompensation der Fusion zB. nach Verkehrsunfall, Schlaganfällen, etc.

 

Allen genannten Schielformen gemeinsam ist, dass - nachdem eine ursächliche Therapie entweder stattgefunden und nicht ganz "ausgereicht" hat oder auch leider manchmal gar nicht möglich ist, dann eine Prismenbrillenkorrektion des Schielwinkels oder - je nach Schielwinkelgröße, -ausprägung, -art, -inkomitanz u.a. eine Schieloperation empfohlen wird, die in vielen Fällen große oder zumindest teilweise Besserung erbringt. Immer gilt (wie so oft): Soviel Therapie wie nötig und nicht mehr, um dem Patienten Zufriedenheit erlangen zu lassen. Daher ist ein Dialog von Augenoptiker und -arzt oft wertvoll für den Patienten, denn nur die Augenstellungsanalyse - oft leider nur in Primärposition durchgeführt - führt oft nicht, und oft nur deswegen zum Ziel, weil die Fusion als Gehirnleistung viele (Rest-) Fehler ausgleicht. Im Seminar werden diese Dinge und noch mehr ausführlich besprochen und selbstverständlich gern auf Fragen eingegangen.

 

 

Zeiten: Montag 9.00-17.00 

Kostenbeitrag:

WVAO-Mitglieder/-Anwärter 275 €

Mitarbeiter von Mitgliedern 325 €

Nicht-Mitglieder 425 €


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